Online- oder Printmedien?

Printmedien, also Zeitungen, Zeitschriften, Illustrierten, Bücher, etc., gibt es fast so lange, wie es eine Menschliche Kultur gibt. Die alten Ägypter hatten bereits vor fünftausend Jahren ihre Papyrusrollen, im laufe der Zeit kamen eingeritzte Tontafeln dazu und andere mit Schrift bearbeitete Materialien.

Eine entscheidende Erfindung waren die Tonlettern für den Buchdruck durch die Chinesen und hier speziell die entscheidende Entwicklung der beweglichen Bleilettern durch Gutenberg um 1450. Bücher und somit Bildung waren nun einfacher zu bekommen, andere gravierende Ereignisse wie zum Beispiel die Reformation wären ohne Buchdruck, also Printmedien, sicher nicht zu dem geworden, was sie letztendlich geworden sind.

Online- und Printmedien werden wohl weiterhin nebeneinander bestehen.

Online- und Printmedien werden wohl weiterhin nebeneinander bestehen.

Vor diesem Hintergrund kann das Erscheinen von Online-Medien nur als Ergänzung der Printmedien und nicht deren Abschaffung gesehen werden. Printmedien werden seit gut 30 Jahren, als 1982 das „Harvard Business Review“ als erste elektronische Zeitschrift erschien, durch Online-Medien ergänzt. Ähnlich wie sich Radio und Fernsehen als weitere Informationsmedien im Laufe der Jahrzehnte etabliert haben, wird es bei einem Nebeneinander von Online- und Printmedien bleiben. Sicher wird zwischen den einzelnen Printmedien verstärkt unterschieden werden; Zeitungen unterliegen anderen markttechnischen Bedingungen als Illustrierte, und Bücher müssen sich speziell mit ganz neuen Formen wie E-Books „auseinandersetzen“. Dabei ist Deutschland ein Zeitungsland, nicht zuletzt, weil hier in Leipzig 1650 die erste Tageszeitung herausgegeben wurde. Bis 2005 kamen fast 350 weitere hinzu mit einer Auflage von über 22 Millionen Lesern.

Dass man es sich in Deutschland mit Online- und Printmedien nicht leicht macht, sieht man an der Entscheidung des Landgerichts Köln vom 27.09.2012. Hier wurde entschieden, dass die Tagesschau-App presseähnlich und ein eigenständiges Angebot sei, das nicht allein nur Inhalte der Tagesschau darstelle. Gegen dieses Online-Angebot hatten acht Zeitungsverlage geklagt; das Gericht hat der Klage stattgegeben, aber nur bezogen auf die Ausgabe der Tagesschau-App vom 15. Juni 2012. Das Gericht sah sich nicht zuständig, grundsätzliche medienpolitische Entscheidungen zu treffen, sondern könne nur Einzelfälle beurteilen. Hier müssen sich die Vertreter der Printmedien und der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten also noch genauer abstimmen.

Und zu guter Letzt sein angemerkt, dass mit einem PC oder Smartphone keine Mücken erschlagen werden können – das geht gefahrlos immer noch nur mit einer Zeitung.

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