So werden die Charts ermittelt

So funktionieren die Charts

So funktionieren die Charts

Mit der Jukebox hielten auch die Charts in Deutschland Einzug. Die beliebtesten Schlager, die über die Jukeboxen gespielt wurden, wurden von einer Zeitschrift veröffentlicht. Das Bewertungskriterium war die Menge der verkauften Jukeboxscheiben. Als erster Nummer-Eins-Hit gilt das Lied „Es hängt ein Pferdehalfter…“ von der Band Kilima Hawaiins aus dem Jahr 1953.

Ab dem Jahr 1959 erschienen neue Charts. Die Charts erschienen monatlich und basierten auf der Anzahl der Songs, die an Musikboxbetreiber verkauft wurden, an der Anzahl der Musiknoten, die an Musiker verkauft wurden und an der Anzahl der Songs, die von Radiostationen gesendet wurden. Die Charts wurden nach der Menge der verkauften Songs und der gesendeten Songs gewichtet. Die Nummer-Eins war der Song, der am meisten verkauft und gesendet wurde.

Die neue Bewertung setzte sich durch und galt bald als offizielle Ermittlung der Charts. Durchgeführt wurde sie durch den Musikmarkt, der sie in der gleichnamigen Zeitschrift veröffentlichte. 1965 wurde auf den alleinigen Verkauf von Tonträgern, als Basis der Bewertung, für die Musikcharts umgestellt.

Das System heute

Ab 1989 wurden einhundert Chartplätze ermittelt. Für die Plätze einundfünfzig bis einhundert wurden zusätzlich die Anzahl der Sendungen eines Songs durch Radiosender ermittelt. Ein Titel, der länger als neun Wochen Chartplätze einnahm, wurde ab 1997, hinausgeworfen. Nahm er einen Platz ab 51 ein, flog er schon nach zwei Wochen raus. Das verzerrt die tatsächlichen Tonträgerverkäufe. Die Erhebungswoche ist seit 2005, die Woche von Freitag bis Donnerstag. Der Grund liegt darin, dass der Handel Freitags Neuerscheinungen veröffentlicht, um so das umsatzstarke Wochenende zu nutzen.

Die Ermittlungsbasis der Verkaufszahlen wurden 2001 um die Verkäufe von Online-CD-Händlern erweitert. Ein Jahr später kamen Verkäufe von Musikvideos auf VHS oder DVD hinzu. 2004 wurden die Downloads eines Songs mit herangezogen.

Neues Ermittlungsverfahren

Bis 2007 war die Anzahl der verkauften Tonträger und Downloads für die Ermittlung der Chartsplätze ausschlaggebend. Nun ist der Umsatz das Ermittlungskriterium. Die Umsatzzahlen der einzelnen Single oder LP werden in dreitausend Läden ermittelt. So soll eine statistische Vollerhebung möglich sein. Das kann dazu führen, dass das meistverkaufte Album nicht mehr auf Platz 1 erscheinen muss.

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  1. Streaming oder Onlinekauf: Musikmarkt heute • Musik, WWW • org.de - 3. Februar 2016

    […] Vertriebs entfallen werden. Auch die Charts werden schon lange nicht mehr ausschließlich über den pysischen Verkauf bestimmt, wie das früher der Fall war. Die andere Frage ist die, welches Modell aus Sicht der Verbraucher langfristig attraktiver […]

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