Der Mix macht’s – Teambuilding im Büro

Teambuilding„Gleich und Gleich gesellt sich gern“ – eine Weisheit, die in der Wirtschaft eher weniger zum Erfolg führt, wenn man der Meinung von Experten Glauben schenkt. Nach Wirtschaftsforschern ist es für Unternehmen nämlich profitablerer, heterogene Teams zu bilden, statt auf einheitliches Teambuilding zu setzen.

Warum gemischte Gruppen erfolgreicher sind

Der Soziologe Cedric Herring konnte anhand verschiedener Untersuchungen beweisen, dass heterogene Gruppen mit Mitarbeitern ein Unternehmen erfolgreicher machen, als es bei Teams der Fall ist, die aus gleichgesinnten und ähnlich denkenden Menschen bestehen. Dazu hat Herring hunderte US-Firmen und Banken untersucht und kam zu dem Ergebnis:

Je vielfältiger und bunter die Teams sind, desto größer ist der Erfolg.

Das Prinzip dahinter kann man sich relativ schnell klar machen, wenn man überlegt, wie man sich selbst in den jeweiligen Situationen verhalten würde.

Möchte man eine Gruppe mit vielen Sichtweisen und verschiedenen Meinungen mit einem Argument überzeugen, dann ist die Vorbereitung auf die Diskussion sehr viel intensiver und aufwendig. Ist man sich dagegen relativ sicher, dass die anderen Mitarbeiter die eigene Idee unterstützen, befasst man sich wahrscheinlich viel weniger mit der Thematik. Erwartet man jedoch Gegenargumente aus dem Kollegenkreis, wappnet man sich vielleicht schon im Vorfeld, um auch diese Gegenstimmen zu überzeugen. Projekte und Pläne, die in gemischten Teams ausgearbeitet und entwickelt werden, sind also besser durchdacht und versprechen so mehr Erfolg.

Mögliche Arten von Teambuilding im Büro

Bei der Zusammenstellung von möglichst bunten Teams im Unternehmen spielt nicht nur die ethnische Herkunft eine Rolle, wobei sich diese wahrscheinlich am stärksten bemerkbar machen wird. Wer beim Teambuilding auf zahlreiche Menschen verschiedener Nationen setzt, wird mit einer unglaublichen Vielfalt an Weltanschauungen und Meinungen belohnt. Doch nicht nur die Nationalität beeinflusst den Teamcharakter, sondern auch die Religion, das Geschlecht und die Kultur können für bunte Teams sorgen.

So werden Frauen bei ihren Entscheidungen häufig von Emotionen beeinflusst, während Männer sich auf das Rationale konzentrieren. Arbeiten beide zusammen, so finden auch beide Sichtweisen Beachtung.

Größere Erfolgschance kostet etwas Investition

Dabei sollte natürlich nicht vergessen werden, dass solch bunt gemischte Gruppen am Arbeitsplatz auch oft ein höheres Maß an Investition bedeuten. Während es bei gleichgesinnten Gruppen kaum Auseinandersetzungen gibt, werden sich Menschen mit unterschiedlichen Meinungen häufiger zu Diskussionen und Auseinandersetzungen hinreißen lassen.

Dabei sollte jedoch immer respektvoll miteinander umgegangen werden. In einem Unternehmen, das Menschen aus den verschiedensten Ländern beschäftigt, ist kein Platz für Rassismus oder Hierarchien, die auf ethnische Herkunft beruhen. Am Arbeitsplatz sollten alle Angestellten die gleichen Rechte und Pflichten haben, wie alle anderen. Zusätzlich gilt es außerdem die Sprachbarrieren zu überwinden. Sollten Mitarbeiter nur über wenige Deutschkenntnisse verfügen, kann es daher von Vorteil sein, wenn sie fließend Englisch sprechen können.

Bedrohung oder Bereicherung?

Teambuilding am Arbeitsplatz. Immer noch von vielen Unternehmern unterschätzt...

Teambuilding am Arbeitsplatz. Immer noch von vielen Unternehmern unterschätzt…

Obwohl zahlreiche Studien und Untersuchungen bewiesen haben, dass es für Firmen und Unternehmen gewinnbringender ist, auf bunte Teams zu setzen, gibt es dennoch viele Menschen, die sich damit noch nicht anfreunden können.

Viele Leute fühlen sich – wenn auch nur unbewusst – einer Nation zugehörig und empfinden Menschen anderer ethnischer Herkunft schnell als Bedrohung. Sie befürchten, dass die „eigene“ soziale Gruppe unterdrückt werden könnte und schließen sich mit Gleichgesinnten gegen „Fremden“ zusammen. Abschottung und Vorurteile sind die Folge.
Auf der anderen Seite gibt es dagegen Menschen, die fremde Kulturen und andere Sichtweisen begrüßen und der Meinung sind, diese könnten das eigene Leben oder zumindest das Unternehmen bereichern. Sobald Menschen verschiedener Kulturen viel Zeit miteinander verbringen und sich kennenlernen, wächst das Vertrauen und Interesse an einander. Zu welcher von beiden Gruppen man gehört, hängt in erster Linie von den persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen ab.

Ist man bereits mit Menschen unterschiedlicher Kulturen aufgewachsen, lässt man der ethnischen Diversität eventuell keine besonders hohe Bedeutung zukommen. Hat man dagegen nur schlechte Erfahrungen gemacht, so entstehen leichter Verunsicherungen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund. Darüber hinaus spielt allerdings auch das Bildungsniveau sowie das eigene soziale Milieu eine große Rolle bei der Beurteilung von anderen Menschen.

Tipps für erfolgreiches Zusammenarbeiten in heterogenen Gruppen

Um Auseinandersetzungen zu vermeiden und Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, können ein paar Ratschläge befolgt werden, die nicht nur für ein harmonischeres Miteinander sorgen, sondern auch den Teamzusammenhalt stärken. Zuerst sollte man neuen Kulturen und anderen Religionen offen gegenüber treten. Vor allem, wenn man wenig darüber weiß, sollte man Vorurteilen keine Chance geben. Um mehr darüber zu erfahren, ist es sinnvoll, die Kollegen auch außerhalb der Arbeitszeit kennenzulernen. Ein gemeinsames Mittagessen in der Firmenkantine könnte der Anfang einer Freundschaft werden.

In ungezwungenerer Umgebung lässt es sich besser über private Dinge und Lebenseinstellungen reden, sodass man den Gegenüber nicht mehr als Fremden, sondern als spannenden Gesprächspartner sieht, der den eigenen Horizont erweitert hat. Darüber hinaus sollte es vermieden werden, dass sich innerhalb der Mitarbeiter kleine Gruppen bilden. Sind Gruppenaktivitäten nach der Arbeit geplant, an denen theoretisch alle Kollegen teilhaben könnten, sollten auch alle gefragt werden. Damit verhindert man die Entstehung von Vorurteilen, die zu Feindseligkeiten und Unruhen führen.

Aktuelle Chance nutzen

Gerade während der aktuellen Situation in Deutschland können Asylbewerber also eine große Bereicherung für ein Unternehmen bedeuten, wenn sie das notwendige Fachwissen und Know-How mitbringen. Wer sich gegenüber den Arbeitssuchenden mit Migrationshintergrund offen zeigt und diese in seiner Firma willkommen heißt, wird schnell merken, dass Sprachbarrieren rasch überwunden werden können und die Mitarbeiter alle gegenseitig voneinander profitieren können. Eine Chance, die buntes Teambuilding leichter macht und damit den Erfolg des Unternehmens positiv beeinflussen wird. Sie sollte ergriffen werden, solange noch die Möglichkeit dazu besteht.

 Bildquelle:  Bigstock

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