Die Welt der Smileys und Emoticons

Smileys und Emojis sind heutzutage nicht mehr aus der digitalen, schriftlichen Kommunikation, so beispielsweise der Welt der Chats, Sozialen Medien  und E-Mails, wegzudenken. Die Weltsprache ist immer und überall verständlich. Jeder, der einen Computer oder ein Smartphone besitzt, kann sie sprechen – beziehungsweise: schreiben. Für die gängigen Smartphones auf dem Markt sind derzeit 722 dieser Mini-Zeichnungen hinterlegt – das Alphabet der Zukunft.

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Was sind Emoticons?

Emoticons sind grafische Darstellungen von Emotionen. Die Bezeichnung setzt sich aus dem Wort „Emotion“ („Gefühl“) sowie dem Wort „Icon“ („Symbol“/“Zeichen“) zusammen. Sinn und Zweck der Symbole ist es, Informationen emotionale Grundlagen zu verschaffen. Menschliche Gemütszustände oder Gesichtsausdrücke werden in Form von Zeichen dargestellt. Der Anwendungsbereich liegt beinahe ausschließlich im lockeren, nicht förmlichen Bereich.

Was sind Smileys?

Der Begriff „Smiley“ bezieht sich auf eine spezielle Form des oben genannten Zeichens. Es handelt sich um um die grafische Darstellung eines Gesichtsausdrucks. Smileys eignen sich – wie alle Emojis – dazu, Emotionen wiederzugeben oder zu verdeutlichen. Allerdings handelt es sich beim Begriff „Smiley“ nicht um ein Synonym des Begriffs „Emoticon“. Ein Emoticon kann im Gegensatz zum Smiley in allen nur erdenklichen Formen <3 🚑☀🐎🍎 vorkommen.

Smileys jedoch beschränken sich ausschließlich auf die Darstellung von Gesichtsausdrücken zur Unterstreichung von Gefühlen und Stimmungen. Der Smily, der ein trauriges :-( oder fröhliches Gesicht :-) darstellt, ist das wohl bekannteste und beliebteste Emoticon.

Die Geschichte der Smileys und Emoticons

1963 wurde der erste Smiley vom Werbegrafiker Harvey Ball erfunden. Er war ursprünglich als (Ansteck-)Button zur Motivation von Unternehmen gedacht. Die Resonanz der Auftraggeber war so positiv und euphorisch, dass die Beliebtheit der Smileys sich rasant steigerte. 1972 erwarb der Journalist Franklin Loufrani aus Frankreich das Patent für den Smiley.

Inzwischen hat Loufrani Millionen mit dem Produkt umgesetzt. Auch hält er in mehr als 80 Ländern Urheberrechte für das Emoticon. Harvey Ball kämpfte daraufhin um seine Anerkennung als Vater des Smileys und gründete die World Smile Foundation, die den Geist des Smileys propagieren soll. Er starb am 12. April 2001. 1982 verwendete der US-amerikanische Informatiker und Wissenschaftler Scott E. Fahlman das erste elektronische Emoticon. Er wart es auch, der die Grundformen : – ) für positive Gefühle sowie : – ( für negative Gefühle vorschlug.

Das Symbol verbreitete sich rasch und entwickelte sich stetig weiter. Heutzutage gibt es eine ausgesprochen große Auswahl zahlreicher unterschiedlicher Emojis, die nicht nur Emotionen, sondern auch Subjekte und Objekte darstellen. Programme mit eingebundenen Grafiken sorgen für die bessere, aufwändigere und benutzerfreundlichere Darstellung der Symbole. Diese Grafiken werden Emojis genannt.

Im Marketing wirken sich Smileys positiv auf die Kundenwahrnehmung aus. Außerdem erleichtern sie die Bedienung von Webseiten und Programmen. Studien belegen, dass der Mensch Symbole wie Smileys genauso wahrnimmt und auswertet wie reale Gesichtsausdrücke.

Wo kann man Smileys und Emoticons nutzen?

Inzwischen werden Smileys und Emojis in vielen verschiedenen Bereichen im Netz verwendet. Besonders beliebt sind sie in Chats, Foren und Messengern – so beispielsweise ICQ (früher) , Skype oder Whatsapp. Sie dienen, das haben wir bereits gehört, der Darstellung von Emotionen, weil gerade die schriftliche Kommunikation ein hohes Risiko an Missverständnissen birgt.

Mimik und Tonlagen können durch Wörter und Schrift nicht dargestellt werden; ein Emoticon jedoch kann verdeutlichen, ob bestimmte Aussagen positiv oder negativ konnotiert sind. Heutzutage werden Smileys als Ersatz für verbale Stilmittel genutzt, um die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen möglichst gering zu halten. Die Technik ermöglicht in den meisten Programmen eine grafische Darstellung der Smileys. Mittlerweile sind die Auswahlmöglichkeiten an Emojis ungeheuer groß. Es gibt nicht nur Grundsmileys, die Emotionen von Lachen über Weinen bis hin zu Langeweile darstellen, sondern auch Smileys, die durch Animationen bestimmte Aktionen durchführen. Außerdem gibt es auch Smileys mit Sprechblasen. Kein Wunder, dass das Emoticon das beliebteste Stilmittel in der internetbasierten Kommunikation ist.

Einige der beliebtesten Emoticons bzw Smileys

Einige der beliebtesten Emoticons bzw Smileys

Unterschiede bei Smileys und Emoticons

Je nach verwendetem Betriebssystem sehen Emojis recht unterschiedlich aus. Erst einmal: Ja, der Nutzer eines iPhones kann problemlos eine Nachricht samt Emoji an einen Android-User schicken – und umgekehrt. Allerdings unterscheiden sich die Emojis je nach Betriebssystem mehr oder weniger stark.

Jedes Betriebssystem hat eigene Emojis, die mitunter ausgesprochen unterschiedliche Gesichtsausdrücke für das vermeintlich gleiche Gefühl besitzen. Ein Smiley ist eben nicht gleich ein Smiley. Denn: Die Emojis werden von den Nutzern je nach Plattform völlig unterschiedlich wahrgenommen. Studien belegen, dass viele Smileys mit der gleichen Bedeutung je nach Betriebssystem ausgesprochen unterschiedlich – also entweder positiver oder negativer – bewertet werden. Besonders bemerkenswert ist der Bedeutungsunterschied beim Smiley „grinsendes Gesicht mit lächelnden Augen“ 😏. Während die Apple-Version des Smilys recht negativ bewertet wird, erscheint das Unicode-Zeichen bei Google absolut positiv. Das beweist, dass die unterschiedlichen Designs durchaus ihre Tücken haben. Verschiedene Menschen interpretieren verschiedene Emojis – Überraschung! – verschieden. Hierbei spielen sowohl Alter als auch kultureller Hintergrund eine Rolle.

Smileys und Emoticons als Weltsprache

Studien haben gezeigt, dass es in der Nutzung der kleinen Symbole durchaus regionale Unterschiede gibt. So lieben Kanadier das „Poop“-, Franzosen das <3 Herz- und Australier das  🍺 Alkohol-Emoticon. Araber greifen gerne auf 🌹🌸🍀 Blumen und Pflanzen zurück, während sich in Russland gerade 💖👄 romantische Symbole ausgesprochener Beliebtheit erfreuen. Grundsätzlich ist die Bedeutung von Smileys und Emojis überall auf der Welt identisch. Dennoch kann nicht von einem global verständlichen Symbol gesprochen werden, weil verschiedene Kulturkreise Mimik und Gestik unterschiedlich interpretieren.

Vom Zeichen zum Emoticon

Heutzutage kann jeder, der möchte, Emojis per App anbieten – wie beispielsweise Karl Lagerfeld oder Kim Kardashian. Über die vorinstallierten Emojis entscheidet jedoch das Unicode Consortium, das die Smileys und Emojis designt. Außerdem stellt das Unicode Consortium sicher, dass die kleinen Zeichen auf allen Plattformen funktionieren. Das Gremium kümmert sich darum, dass Sonderzeichen auf der ganzen Welt gleich behandelt werden – und das bereits seit 1991. Das Gremium setzt sich aus den größten Technologiekonzernen der Welt – IBM, Apple, Google, Oracle, Microsoft und Adobe Systems – zusammen.

Welche Smileys und Emoticons sind in Planung?

Das Unicode Consortium verspricht zahlreiche neue Smileys und Emojis. So kommt das Unicode-Update 9.0 mit 72 neuen Emojis, so beispielsweise Döner und Avocado. Hinzu kommen ein Selfie-Symbol sowie diverse Krankheitstypen. Die Symbole können nahezu jedes Getränk, jede Tätigkeit und jedes Lebensmittel abbilden. Unter den neuen Emoticons des Unicode Consortiums befinden sich ein Würgegesicht, ein Smiley mit Cowboyhut sowie ein Lügen-Emoji mit Pinocchio-Nase.

Außerdem wurde in der Rubrik Person für Gleichberechtigung gesorgt: So gibt es neben dem Weihnachtsmann eine Weihnachtsfrau und neben der Braut einen Bräutigam. Mit dem neuen „Face-Palm“ lassen sich Fremdscham oder Fassunglosigkeit ausdrücken. Das Selfie-Emoticon zeigt einen Arm mit einem Smartphone. Die Tierkategorie umfasst nun auch Hai, Eule, Ende, Adler, Gorilla, Fledermaus und Schmetterling. Beim Essen bilden Kiwi, Avocado, Croissant, Kartoffel und Schinkenspeck nur einen kleinen Teil der neuen Auswahlmöglichkeiten. Und: Auch Randsportarten wie Judo, Fechten und Wasserball kommen neuerdings nicht länger zu kurz. Inzwischen hat das Unicode Consortium bereits wieder neue Kandidaten für Smileys und Emoticons im Auge, die bald folgen könnten – darunter Dumplings und Glückskekse.

Der Wandel der Sprache durch Smileys und Emoticons

Für Linguisten und Sprachwissenschaftler ist der Boom von Smileys und Emoticons faszinierend mit anzusehen. Ein Teil der Wissenschaftler vergleicht das Phänomen mit dem Anfang der menschlichen Kommunikation, als sogenannte Logogramme die Wände der Höhlen zierten. Smilys und Emoticons unterstreichen den Versuch des Menschen, so rasch zu schreiben, wie er spricht. Emoticons verkürzen die Sprache mittels Symbolik, ohne Sinnhaftigkeit und Bedeutungsinhalt einzuschränken.

Übrigens: Je nachdem, wo und mit wem man kommuniziert, ändert sich auch die Bedeutung des jeweiligen Symbols. So steht ein Shrimp in den Vereinigten Staaten von Amerika für das Ende eines Dialogs. Und in Japan erfreut sich insbesondere der Kothaufen 💩 oder „Pile of Poo“ ausgesprochener Beliebtheit – als Glücksbringer. 🍀

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