Bye-Bye Roaming

Wer mit dem Handy oder Smartphone außerhalb der deutschen Netze, also etwa im Ausland, telefoniert oder SMS verschickt hat, wurde regelmäßig Zeuge eines Phänomens. Das sogenannte Roaming war die Verbindung zwischen zwei Netzen – eines im Ausland und das heimische Netz – bei dem es im Anschluss zu zusätzlichen Gebühren gekommen ist. Nun, ganz dem Gedanken eines vereinigten und von Grenzen freien Europas folgend, soll das Roaming verschwinden. Allerdings sind die Änderungen noch nicht vollständig. Gerade für Kunden die planen im Ausland mit ihrem Handy aktiv zu sein, ist es daher wichtig, sich mit den derzeitigen Veränderungen für das Roaming zu beschäftigen. Damit fällt neben der Störerhaftung ein weiteres Ärgernis der digitalen Welt…

Roaming gehört bald der Vergangenheit an. Damit ist Reisen im europäischen Ausland zumindest von der Handyrechnung transparenter und günstiger

Roaming gehört bald der Vergangenheit an. Damit ist Reisen im europäischen Ausland zumindest von der Handyrechnung transparenter und günstiger

Was passiert mit dem Roaming im Europäischen Ausland?

Die Willenserklärung der EU-Kommission zur Abschaffung des Roamings ist nicht neu. Bereits seit einigen Monaten gibt es unterschiedliche Vorschläge, die mitunter aber von Experten stark kritisiert und im Anschluss wieder verworfen worden sind. Der Höhepunkt der Verhandlungen war eine abgelehnte Initiative im Frühjahr 2016: Der Vorschlag hat vorgesehen, dass das Roaming nur an 90 Tagen im Jahr ausgesetzt wird. Dieser Entwurf wurde aber verworfen und die Experten waren dazu aufgerufen eine neue Initiative zu starten und das Gesetz soweit zu verbessern, dass es die Anforderungen der Kunden und der unterschiedlichen Gesetze erfüllen kann.

Das Ziel ist, dass die Kunden künftig überall in Europa transparente und vor allem gleichbleibende Preise haben. Bisher konnten sich die Kosten bei einer Nutzung des Smartphones im Ausland mitunter sehr hoch sein.

Mit dem neuen Gesetz sollen immer die Tarife gelten, die man bei dem Vertrag bzw. dem Tarif aus der Heimat ausgewählt hat.

Das soll die Nutzung für die Kunden einfacher und vor allem günstiger gestalten. Angesichts des gestiegenen Verbrauchs, gerade durch das mobile Internet, sind solche neuen Gesetze wichtig, um den Grundstein für die Nutzung in der Zukunft zu legen.

Ab wann gilt die neue Regelung beim Roaming?

Bisher handelt es sich bei der neuen Initiative nur ein zweites Konzept. Nachdem der erste Vorschlag sowohl durch die Experten kritisiert wurde als auch die Ablehnung durch das Parlament recht klar, geht der neue Vorschlag nun wieder durch die verschiedenen Gremien. Das Ziel ist es, dass das neue Konzept für die Regelungen bis zum 15. Dezember durch das Parlament gelaufen ist. Sollte es keine weiteren Probleme geben und stimmen die Gremien und die entsprechenden Leute im Parlament zu, dürfte das Gesetz in Kraft treten. Die neuen Regelungen für das Roaming wären dann ab dem 15. Juni 2017 aktiv.

Was ändert sich konkret im Vergleich zu den derzeitigen Regelungen?

Der wichtigste Punkt bei den Veränderungen ist die Möglichkeit, dass die Kunden sich künftig auf ihre Tarife und ihre Verträge aus ihren Heimatländern berufen können. Bisher war es so, dass die Gebühren für das Roaming sowohl von den Kosten der heimischen Anbieter als auch von jenen im Ausland beeinflusst worden sind. Das hat bei Telefonie, SMS und der Nutzung des mobilen Internets sehr schnell zu sehr hohen Kosten auf der Rechnung oder einem starken Verbrauch der Prepaid-Tarife geführt.

Künftig ist der heimische Tarif die Basis: Der Kunde kann also zu den monatlichen Kosten oder den Verbrauchsgebühren telefonieren und surfen, die er in seinem Vertrag vereinbart hat. Als eine Konsequenz ist es allerdings wichtig, dass der Kunde nachweist, dass er im Heimatland seiner Tarife aktiv ist. Damit soll verhindert werden, dass die Nutzer auf die mitunter deutlich günstigeren Tarife im Ausland zurückgreifen.

Wie kann ich meinen bestehenden Vertrag ändern?

Durch die neuen Optionen bei dem Thema kann es sich für die Kunde natürlich lohnen, entsprechend teure Optionen bei den eigenen Verträgen und Tarifen zu beenden. Gerade für die Flatrate im Ausland oder die Telefonie über die Grenzen hinweg haben die Konzerne für Smartphones meist zusätzliche Tarifoptionen angeboten. In den meisten heutigen Verträgen ist es recht einfach, eben diese Dinge wieder zu kündigen. Bei einem normalen Vertrag kann es sich daher lohnen, mit dem Kundendienst in Kontakt zu treten oder die Verwaltung der Aufträge über das Internet zu nutzen.

Wichtig ist, dass man darauf achtet, ob die Option nicht in der näheren Zukunft noch benötigt werden könnte. Da das neue Angebot frühestens in der Mitte des nächsten Jahres in Kraft treten würde, sollte bei einem weiteren Aufenthalt im Ausland darauf verzichtet werden, die Optionen bereits jetzt zu kündigen. Ab der Mitte des nächsten Jahres kann es sich aber in Hinblick auf die monatlichen Kosten lohnen, wenn man entsprechende zusätzliche Tarifoptionen einfach kündigt. Das funktioniert sowohl bei den normalen Verträgen als auch bei den meisten Anbietern für Prepaid-Tarife.

Lohnt sich überhaupt ein Vertrag oder sollte man zu einem Pre-Paid Anbieter wechseln?

Im Zuge der Neuerungen und Veränderungen, die derzeit überall auf dem Markt für mobile Kommunikation zu bemerken sind, kommt natürlich auch wieder die Frage auf, wie die meisten Kosten gespart werden können. Besonders die Anbieter aus dem Bereich Pre-Paid konnten in den letzten Monaten und Jahren immer mehr Kunden für sich gewinnen.

Das liegt an der Mischung aus Transparenz bei solchen Tarifen als auch die ultimative Kontrolle über die Kosten. Der normale Vertrag lohnt sich daher in der heutigen Zeit nicht mehr für jeden Kunden. Meistens bietet sich ein neuer Vertrag vor allem dann an, wenn die monatlichen Verbrauchseinheiten klar ersichtlich sind. Auch das neue Smartphone ist natürlich mit dem Vertrag weiterhin günstiger zu bekommen. Wer mehr Kontrolle über die eigenen Tarife möchte oder einfach auf der Suche nach einer Möglichkeit ist, wie in der heutigen Zeit ein wenig Geld bei der Nutzung von Smartphones und Tablets gespart werden kann, sollte sich aber auch einmal die Pre-Paid Anbieter ansehen. Vor allem die Vergleiche im Internet sind dabei sehr hilfreich.

Welche weiteren Schritte hat die EU vor?

Die EU beschäftigt sich heute noch stärker mit den verschiedenen Entwicklungen im Internet. Es wird vor allem über Kontrolle bei den Kosten und mehr Transparenz und Schutz der Verbraucher nachgedacht. Aber auch der Ausbau der Netze ist ein wichtiges Anliegen der Gesetze in Brüssel. Vor allem die Abdeckung bei LTE und bald 5G und den zukünftigen Netzen dürfte man also sicher sein, dass es in den nächsten Monaten neue Entwicklungen von der EU geben wird, die auch die Verbraucher beeinflussen werden.

Bildquelle: Bigstock

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