Fernsehen vs. Internet – Ein Vergleich

Als Medium wird ganz allgemein ein Kommunikationsmittel bezeichnet. Während das Fernsehen als sogenanntes Massenmedium Bilder und Töne überträgt, gilt das Internet als das zurzeit modernste, innovativste Kommunikationsmittel. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich daran auch auf absehbare Zeit nichts ändern wird. Zur Informationsübertragung gehören mit Sender und Empfänger immer zwei Seiten. Die Entwicklung des Fernsehens geht zurück bis in die 1960er Jahre. Ein halbes Jahrhundert später ist die deutsche und auch internationale Fernsehlandschaft so vielfältig wie vielseitig.

Die Geschichte des Internet selbst führt ebenfalls in die 1960er Jahre zurück. Es wurde in den damaligen Jahrzehnten ausschließlich zu militärischen sowie zu akademischen Zwecken genutzt. Erst in den 1990er Jahren, also drei Jahrzehnte nach den Fernsehanfängen, wurde das Internet nach und nach kommerzialisiert. Das Telekommunikationsnetz wurde ausgebaut, was beiden Medien gleichermaßen zugutekam. Heutzutage, Mitte der 2010er Jahre, gehört eins wie das andere zum gesellschaftlichen Lebensalltag. Das Fernsehen, umgangssprachlich kurz TV für Televisionsgerät genannt, ist mittlerweile so bedeutend und selbstverständlich, dass in Deutschland die Empfänger von staatlichen Transferleistungen den rechtlichen Anspruch auf ein TV-Gerät haben, um die Sendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF empfangen zu können. Im Baltikum steht dem Privathaushalt ein kostenloser Internetanschluss zur Verfügung. Der Bürger darf gespannt darauf sein, wie lange er hier in Deutschland noch auf diesen Service warten muss.

Internet vs. Fernsehen: Die beiden großen Medien konkurrieren um Zuschauer

Internet vs. Fernsehen: Die beiden großen Medien konkurrieren um Zuschauer

Vor diesem Hintergrund stellen sich interessante Fragen zur medialen Zukunft in Deutschland, so zum Beispiel

  • Wie entwickelt sich das Fernsehen?
  • Wie sieht die Entwicklung des Internet aus?
  • Was kann und wird sich in naher, mittlerer und ferner Zukunft ändern?
  • Hat das Fernsehen Vorteile gegenüber dem Internet, und wenn ja, welche sind das?
  • Kann ein Medium von beiden das andere ersetzen?

Entwicklung des Fernsehens

Der Begriff Entwicklung lässt sich aus mehrerlei Sichtweise definieren. Beim Fernsehen stehen die Technik sowie die Programmgestaltung im Vordergrund. Die jährliche IFA, Internationale Funkausstellung in Berlin ist Anlass und Gradmesser für die Präsentation der aktuellen Entwicklung des Fernsehens mit seinen Geräten und der dazugehörigen Technik. Hier gibt es buchstäblich im Jahrestakt neue Entwicklungen und Fortschritte. Hinzukommen sportliche Großveranstaltungen wie die Olympischen Spiele, die Welt- sowie die Europameisterschaften im Herrenfußball jeweils im Zweijahrestakt.

Doch der Empfang ist das eine. Noch entscheidender für das Interesse am Medium Fernsehen ist das, was gesendet und empfangen wird. Oder umgekehrt gefragt: Möchte der TV-Zuschauer das sehen, was gesendet, etwas lax gesagt ihm aufs Auge gedrückt wird? Eins muss mit dem anderen korrespondieren, also die Technik nebst der Geräteausstattung mit dem Programm. Stimmt diese Balance nicht, dann schwächelt das Fernsehen. Die Sehbeteiligung geht zurück und das Zuschauerinteresse schwindet, ebenso wie der Umsatz nebst Gewinn für die gesamte TV-Industrie. Das haben auch Streaming-Platformen erkannt und bilden sozusagen die „goldene Mitte“ zwischen Fernsehen und Internet.

Schnelles Internet – Schnell im Senden und Empfangen, Schnell beim Informationsfluss

Das Internet ist in mehrfacher Hinsicht ein schnelles Medium. Zum Senden und Empfangen stehen dem Anschlussinhaber mehrere Geschwindigkeiten zur Verfügung. Sein direkter Einfluss darauf ist begrenzt. Die Spanne reicht vom herkömmlichen Kupferkabel bis zum modernen Glasfaserkabel. Der Netzinhaber entscheidet darüber, welche Internetgeschwindigkeit „beim Anschlussinhaber ankommt“.

Bundesweit gibt es noch zahlreiche „weiße Flecken“ als Regionen ganz ohne oder mit einer schwachen Internetverbindung. Der Informationsfluss ist online konkurrenzlos schnell und im wahrsten Sinne des Wortes weltweit. Was im „www“, dem World Wide Web, umgangssprachlich genannt im Netz steht, das ist von einer auf die andere Sekunde weltweit sichtbar und hörbar. Das leistet nur das Internet, während die Sendekapazität beim Fernsehen immer begrenzt ist; sei es durch das TV-Kabel, durch den TV-Satelliten oder durch den regional freien Empfang.

Während zum Update einer TV-Meldung Zeit bis zur nächsten turnusmäßigen Sendung vergeht, ist das im Internet von jetzt auf gleich möglich. Selbst Flashmeldungen der TV-Sender sind nur eine textlich kurze Vorabinformation für die kommende Nachrichtensendung, auf die der TV-Zuschauer dann warten muss.

Technischer Fortschritt und Verkaufsmöglichkeiten beim Kunden

Bei allen Möglichkeiten, die der technische Fortschritt den Forschern und den Technikern bietet, darf der Endverbraucher als Kunde nicht vergessen werden. Neues kostet erfahrungsgemäß viel Geld. Die neue Hardware des heimischen PC hat automatisch ein Update der Software zur Folge. Das superschnelle VDSL-Internet ist an sich preisgünstig, jedoch ohne einen Router im dreistelligen Eurobereich nicht zu haben.

Ähnlich verhält es sich mit dem TV-Gerät der neuesten Generation. Das muss sich der TV-Kunde leisten können. Darüber hinaus müssen in seiner Wohnung auch die technischen Voraussetzungen dafür vorhanden sein. Das ist keine Zuständigkeit des Vermieters. Der Mieter als TV-Zuschauer muss selbst dafür bezahlen, wenn er mit der Entwicklung Schritt halten möchte. Viele können das nicht, und manche wollen das auch nicht. Das technisch ausgefeilte Angebot der Hersteller nutzt nichts, wenn es auf der Verbraucherseite nicht angenommen wird. So wie sich niemand vor zehn, fünfzehn Jahren die Fernseh- und Internetentwicklung bis heute vorstellen konnte, so wenig vorstellbar sind heutzutage die Möglichkeiten der 2030er Jahre. Hier ist ein Hinweis auf den englischen Schriftsteller George Orwell angebracht!

Fernsehen – Nach wie vor ein Medium für Jedermann

Fernsehen und Internet haben aufgrund der inhaltlichen Ausgestaltung unterschiedliche Ansatzpunkte. Der Interessentenkreis ist ebenfalls nicht ein und derselbe, wenngleich beide Medien regelmäßig genutzt werden, sofern die Möglichkeit dazu besteht. Ein nach wie vor unschlagbarer Vorteil des Fernsehens ist der uneingeschränkte Empfang. Fernsehen ist flächendeckend in einer gleichbleibenden Qualität empfangbar, was auf die Internetverbindung nicht zutrifft. Das TV-Gerät „wird mit Knopfdruck eingeschaltet“.

Um, wie es heißt, online zu gehen, gehören gehört mehr dazu als nur der Internetanschluss. Das Internet selbst ist der Zugang, ein Türöffner zum World Wide Web, mehr nicht. Danach beginnt mit der Auswahl für viele Internetbenutzer die Qual der Wahl. Sie müssen ihren PC bedienen können, während beim heimischen Fernsehgerät der Sender schnell gefunden und bestenfalls gespeichert ist. Inhaltlich haben ARD und ZDF gemäß dem Staatsauftrag vorgegebene Sende- sowie Informationspflichten. TV-Gerät und Fernsehprogramm sind nach wie vor auf die Unterhaltung der Familie mit mehreren Generationen abgestellt. Das Internet mit einem Onlineanschluss, mit W-LAN und mit mehreren Endgeräten ist ein typisches Singlegerät. In der mehrköpfigen Familie „sitzt jeder in seinem Zimmer an seinem PC“.

Ein Medium ergänzt das andere

Die Frage, ob ein Medium das andere ersetzen kann, stellt sich in diesem Sinne nicht. Beide sind gleichermaßen hilfreich, sinnvoll und heutzutage unentbehrlich. Sie sollen sich im Grunde genommen auch gar nicht ersetzen. Ein Fernsehgerät steht in jedem Haushalt. Doch nicht jeder Haushalt mit einem Internetanschluss ist auch online. Die Gründe dafür reichen vom Lebensalter des Bewohners bis hin zur Kostenfrage; weniger für den Internetanschluss, sondern vielmehr für die Datennutzung mit Upload und Download.

  • Auch in den 2030er Jahren und später werden beide Medien ihren eigenen Platz haben
  • Die Nutzbarkeit des Internets wird bis dahin noch vielfältiger sein
  • Die Hersteller entwickeln ihre TV-Geräte nebst Zubehör mit Sicherheit weiter fort
  • Die Programmgestalter haben erfahrungsgemäß immer wieder neue, auch eigene Ideen
  • Alternativ werden Senderechte gekauft, Auslandssendungen eingekauft und synchronisiert
  • Der Zuschauer kann sich auch in Zukunft auf ein interessantes 24h Programm im Fernsehen freuen

 

 Bildquelle: Bigstock

 

 

 

 

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