Unterschiede im Lesen

Das Lesen gehört neben dem Sehen und dem Hören zu den wichtigsten Arten der menschlichen Informationsaufnahme. Ganz gleich ob Lesemuffel oder Bücherwurm, wer das Lesen nicht beherrscht, findet sich im Alltag unserer modernen Gesellschaft nur schwer zurecht. Zu unterscheiden ist dabei zwischen dem Genusslesen und dem Informationslesen. Während Ersteres meist aus privaten Gründen geschieht, ist Letzteres vor allem im beruflichen Alltag und im Studium notwendig.

Lesen als Genuss

Das Genusslesen erfolgt überwiegend im privaten Bereich und ist vor allem durch die Liebe zur Schönheit literarischer Texte, ein Verständnis für schriftstellerisches Können und die Freude am Lesen selbst motiviert. Im Mittelpunkt des Genusslesens stehen daher meist fiktionale Texte, also Romane, Kurzgeschichten und Poesie. Genussleser vertiefen sich in ihre Bücher und lesen oft langsam und gründlich, da Zeit bei dieser Art der Lektüre keine Rolle spielt.

Lesen als Informationsverarbeitung

Gemeinsame Beschäftigung: Lesen

Gemeinsame Beschäftigung: Lesen

Beim Informationslesen stehen dagegen das Erlangen von Wissen und die Verarbeitung von Informationen im Vordergrund. Dazu gehört die Zeitungslektüre ebenso wie das Studieren eines wissenschaftlichen Essays. Beim Informationslesen sind ein strukturiertes Vorgehen und bestimmte, die Effizienz steigernde Lesetechniken von Vorteil.

Das Lesen zu Informationszwecken geschieht mit Ausnahme der Zeitungslektüre nur selten linear. Vielmehr verschafft sich der Leser zunächst durch Überfliegen des Textes einen Überblick über dessen Inhalt, strukturiert diesen gegebenenfalls durch Anmerkungen und arbeitet zentrale Passagen durch Unterstreichungen heraus. Erst danach erfolgt ein tiefer gehendes und detailgetreues Lesen.

Beim Informationslesen haben sich spezielle Lesetechniken, zum Beispiel das sogenannte Blocklesen bewährt. Indem man Texte nicht Wort für Wort, sondern in größeren Abschnitten erfasst, steigert man das Lesetempo wie auch die Genauigkeit der Informationserfassung erheblich. Viele Fachtexte folgen stilistischen Regeln, die das Blocklesen erleichtern.

Diese beiden Bereiche des Lesens lassen sich natürlich nicht streng voneinander trennen. Ein gut geschriebener Fachartikel kann unabhängig vom Informationsgehalt viel Freude bereiten, ein literarischer Text wiederum enthält oft auch Fakten und Details, die das Allgemeinwissen des Lesers erweitern. Entscheidend ist letztendlich die Absicht des Lesenden.

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