Wahlkampf in den USA – Kopfschütteln in Europa

Am 08. November 2016 wird die Welt ihren Blick wieder auf die Vereinigten Staaten von Amerika richten. Mit dem Ende der zweiten Amtszeit von Obama kämpfen nun Hillary Clinton und Donald Trump um den Einzug in das Weiße Haus. Bereits jetzt, Monate vor der eigentlichen Wahl, löst diese nicht nur in den USA verschiedenste Kontroversen aus. Beide Kandidaten stehen aufgrund unterschiedlicher Punkte in der Kritik: Während Trump vor allem durch einen Wahlkampf punktet, der mit viel Wohlwollen als skeptisch gegenüber Fremden bezeichnet werden kann, hat Hillary Clinton mit dem Gesetz im eigenen Land zu kämpfen. Mit der Wahl in den USA entscheidet sich aber für die gesamte Welt ein wichtiger Punkt für die nächsten Jahre.

US-Wahlkampf 2016 – Wahlkampf der Superlative! Donald Trump - die republikanische Trompete

US-Wahlkampf 2016 – Wahlkampf der Superlative!
Donald Trump – die republikanische Trompete

Was ist bei dem Wahlkampf in den USA anders als in Deutschland?

Die allgemeine Verwirrung beim Thema der US – Wahlkampf beginnt nicht erst beim Kandidaten. Immer wieder wird rund um die Wahl versucht zu erklären, dass die Nordamerikaner ein komplett anderes Wahlsystem haben. Bei ihnen wird weder der Präsident direkt gewählt, noch eine Partei. Mit ihrem Zwei-Parteien-System, das zwar offiziell auch eine liberale Partei und eine grüne Partei zulässt, werden Wahlmänner bestimmt. Dafür werden die Ergebnisse der unterschiedlichen Bundesstaaten ausgewählt. Wer in einem Staat die meisten Stimmen erhält, erhält auch die dafür zuständigen Wahlmänner. Diese entscheiden am Ende über den nächsten Präsidenten oder Präsidentin. Es ist daher durchaus möglich weniger Staaten zu gewinnen, aber trotzdem als Sieger hervorzugehen.Auch die Vorbereitung auf den Wahlkampf folgt ganz eigenen Gesetzen. So wird es zum Beispiel vor der Wahl noch einige Debatten der Kandidaten im Fernsehen geben. Die Umfragen haben dort eine weit größere Bedeutung und der Einfluss von öffentlichen Personen und Unternehmen ist im Wahlkampf deutlich mehr zu spüren als es bei einer Wahl in Europa der Fall wäre.

Was verwundert die Deutschen an der diesjährigen Wahl?

Der wohl wichtigste Punkt, der zu vielen offenen Fragen führt, ist mit der Person Donald Trump verbunden. Die meisten Europäer dürften ihn höchstens als eine öffentliche Person aus Amerika kennen. Er hat die berühmten Trump-Hotels, aber auch schon mehrfache Auftritte in eigenen Fernsehshows gehabt. Politisch war er zwar immer aktiv, jedoch nie in einem offiziellen Amt. Zudem hat er in den letzten Jahrzehnten mehrfach seine persönliche politische Ausrichtung geändert, ehe er sich nun endgültig für die republikanische Partei entschieden hat.Vor allem die beiden Kandidaten scheinen daher bei dieser Wahl zu polarisieren. Während Europa mit dem Phänomen zu kämpfen hat, dass die populistischen Parteien immer stärkere Ergebnisse bei den Wahlen abzeichnen, war Amerika bisher beinahe moderat in der Debatte. Mit Trump, der vor allem gegen Ausländer im eigenen Land zielt und auf eine stark patriotische Linie geht, scheint dies auch in den USA ein Ende zu haben. Aber auch mit seiner Gegenkandidatin können sich viele Stimmen in Europa nicht anfreunden. Die Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und ehemalige Außenministerin der USA hat in den letzten Jahren viele Skandale gehabt, von denen nur wenig in Europa zu bemerken war. Ihr Kurs mag für die meisten Europäer liberal erscheinen, auch sie gilt aber vor allem als ein Aushängeschild einer starken Wall Street und als Verfechterin des amerikanischen Kapitalismus.

Warum können in den USA Personen Politiker werden, die zuvor keine politische Karriere gemacht haben?

Die Konstellation bei diesem Wahlkampf ist besonders für deutsche Verhältnisse kaum denkbar. Um hier eine Chance auf ein Amt innerhalb der Minister oder sogar der Bundeskanzler zu haben, ist es beinahe immer nötig, bereits viele Jahre in der Politik aktiv zu sein. Die Karriereleiter in der entsprechenden Partei wurde durchlaufen und meist handelt es sich um Personen, die bereits lange im Bundestag vertreten sind oder bereits ein Ministeramt ausgeübt haben. Eine Pflicht gibt es dafür jedoch nicht.Auch in den USA ist es eigentlich normal, dass die Kandidaten aus Gouverneuren und Senatoren ausgewählt werden. Es ist aber in der Vergangenheit schon häufig vorgekommen, dass vor allem Milliardäre versucht haben, aktiv in den Wahlkampf einzugreifen und sich aufstellen zu lassen. Das liegt vor allem daran, dass die Kandidaten für die Präsidentschaft mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden ist. Während Kandidaten wie Clinton auf Sponsoren und Unterstützer angewiesen sind, kann Donald Trump frei agieren und die nötige Werbung für den Wahlkampf aus der eigenen Tasche bezahlen.

Donald Trump spricht zu seinen Parteikollegen in der South Point Arena in Las Vegas, Nevada, 2016

Donald Trump spricht zu seinen Parteikollegen in der South Point Arena in Las Vegas, Nevada, 2016

Wäre ein Präsident Trump eine Gefahr?

Die wohl größte Befürchtung hinter Trump sehen die Leute darin, was er im bisherigen Wahlkampf von sich gegeben hat. Selbst mit einer wohlwollenden Betrachtung waren viele Dinge nicht nur einfach populistisch, sondern in vielen Fällen zeigten sie auch einen Mangel von Verständnis für die politische und gesellschaftliche Welt. Einige Highlights, mit denen er besonders in seiner Fanbasis zu punkten wusste:

  • Er plant eine Mauer zwischen Mexiko und den USA zu bauen, um die illegalen Einwanderer aufzuhalten.
  • Mehrfach wurde die Frage gestellt, warum sich Konflikte in Syrien nicht mit Atomwaffen lösen lassen.
  • Bereits jetzt ist absehbar, dass es besonders Unternehmen noch lascher besteuern möchte.
  • Viele in den USA lebende Immigranten sollen wieder aus dem Land ausgewiesen werden.

Während Studien zeigen, dass er mit diesen Parolen vor allem in der wenig gebildeten weißen Unterschicht punkten kann, haben sich sogar Hardliner der eigenen Partei schnell von ihm und seinen Aussagen distanziert. Der Gedanke daran, dass der Mann tatsächlich Zugriff auf das militärische und politische Potential der USA erhält, ist daher für viele ein Szenario des Schreckens.

Die Welt hat G.W. Bush überlebt; hält sie auch Trump aus?

Trump würde im Fall seines Wahlsieges nicht am ersten Tag die Atomraketen aktivieren. Tatsächlich könnte der angedeutete Kurs für seine Außenpolitik aber vor allem für die Partner in Übersee zum Problem werden. Derzeit lässt es sich nur schwer vorstellen, dass wichtige Verhandlungen in einer so angespannten Lage der Welt mit einem Mann geführt werden, dessen größtes Wahlversprechen eine neue Mauer zwischen zwei Ländern ist. Derzeit ist nicht absehbar, wie groß die Chancen für Donald Trump in Wirklichkeit sind. Verständlich ist nur, dass sich viele Menschen über die möglichen Folgen eines Wahlsieges Gedanken machen.

Bikldquelle: bigstock-ID-112043015-by-Ghen

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  1. Lotto - Die Königin der Glücksspiele • Allgemein, Finanzen, Kultur, Sonstiges, WWW • org.de - 3. Februar 2017

    […] 6 aus 49 beträgt 1 zu 139,838,000. Es ist statisch gesehen wahrscheinlicher, der nächste Präsidenten der USA zu werden, da liegen die Chancen bei 1:10,000,000. So sind die Gewinnchancen bei anderen […]

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