Selbständig im Nebenerwerb

Selbständig im Nebenerwerb

Der Wunsch nach der Selbständigkeit ist auch bei deutschen Arbeitnehmern immer größer. Sie wollen eigene Pläne verwirklichen und im besten Fall durch die selbständige Tätigkeit langfristig ein Unternehmen aufbauen. Um die Sicherheit durch die geregelte Arbeit nicht direkt zu Beginn zu verlieren, sondern einen langsamen aber gründlichen Aufbau der Existenzgründung zu garantieren, kann es sich lohnen, die Selbständigkeit im Nebenerwerb zu beginnen. Wer sich dafür entscheidet, neben einer eigentlichen beruflichen Tätigkeit selbständig zu sein, muss aber einige Dinge beachten.

Selbständig im Nebenerwerb - manchmal eine romantische Vorstellung!

Selbständig im Nebenerwerb – manchmal eine romantische Vorstellung!

Für wen ist die Selbständigkeit im Nebenerwerb möglich?

Grundsätzlich ist es für jede Person möglich, eine Existenzgründung aus einem Arbeitsverhältnis heraus vorzunehmen. Dabei gibt es, je nach Berufsgruppe oder persönlichem Status, aber ganz unterschiedliche Grundsätze. Diese haben mit der Stundenzahl zu tun und mit dem eigenen Arbeitsverhältnis. Beamte dürfen etwa nur 8 Stunden in der Woche in einer anderen Tätigkeit beschäftigt sein. Ebenfalls sind Studenten bei 20 Stunden pro Woche begrenzt, da sie sonst nicht mehr als Student zählen und sich der Status für Krankenkassen und für die Versicherungen verändert. Die Selbständigkeit im Nebenerwerb für Arbeitnehmer ist ohne größere Hürden möglich. Sofern nicht gegen die Interessen des Arbeitgebers verstoßen wird – also etwa in der gleichen Branche eine Tätigkeit begonnen wird – ist dies auch nur meldepflichtig.
Generell haben Arbeitgeber kein Recht einen Nebenerwerb zu verbieten, sofern dieser nicht die Interessen des Arbeitsvertrages verletzt. Das gilt etwa dann, wenn die Arbeitszeiten dafür sorgen, dass der Arbeitnehmer nicht mehr mit voller Kapazität seiner eigentlichen Tätigkeit nachkommen kann.
Grundsätzlich darf zudem mit dem Nebenerwerb nicht mehr Geld verdient werden als mit dem Haupterwerb. Wichtig ist in diesem Bereich vor allem, dass die vielen kleinen Details im Zusammenhang mit den Steuern und den Krankenkassen beachtet werden.

Selbständig im Nebenerwerb macht ein freies Arbeiten möglich – manche Vorstellungen sind aber allzu romantisch...

Selbständig im Nebenerwerb macht ein freies Arbeiten möglich – manche Vorstellungen sind aber allzu romantisch…

Die wichtigsten Punkte beim Einstieg in die Nebenselbständigkeit

Wer bereits eine Idee für das eigene Unternehmen hat, sollte natürlich zuerst mit einem Businessplan beginnen. Dieser ist die Grundlage für die spätere Tätigkeit und dient gleichzeitig der Kontrolle der eigenen Fortschritte. Darüber hinaus sind aber auch einige Ämter und Versicherungen wichtig. Das geht von der Anmeldung bis hin zu der Frage, wie die Einkünfte aus dem Nebenerwerb eigentlich versteuert werden müssen. Dies sind die wichtigsten Dinge, die bei Anmeldungen beachtet werden müssen:

  • Finanzamt: Eine Anmeldung beim Finanzamt ist zwingend erforderlich. Dabei geht es auch um die Frage, ob die Kleinunternehmerrregelung in Anspruch genommen werden kann.
  • Krankenkasse: Rücksprache mit der Krankenkasse ist wichtig. Wer mehr als 18 Stunden im Nebenerwerb arbeitet, wird zusätzliche Versicherungen abschließen müssen oder die Beiträge erhöhen.
  • Steuern: Spätestens ab den ersten Verdiensten kann es sich lohnen, wenn ein Steuerberater hinzugezogen wird. So können Nachzahlungen an das Finanzamt von Beginn an vermieden werden.
  • Versicherungen: Je nach Berufsfeld kann es sich durchaus lohnen, sich mit zusätzlichen Rentenversicherungen oder einer Haftpflichtversicherung für den Beruf auszustatten.

Gerade der Beginn des Unternehmertums ist also mit viel Bürokratie und Gängen auf die Ämter verbunden. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Die entsprechenden Vorgänge sind schnell erledigt und müssen danach nicht mehr wiederholt werden.

Was muss ich beim Finanzamt beachten? Welche Steuern muss ich zahlen?

Der Kontakt mit dem Finanzamt ist für Unternehmer völlig normal, wobei der erste Besuch entscheidend ist. Die Anmeldung der Selbständigkeit muss generell im Gewerbeamt erfolgen, wobei eine kleine Gebühr fällig wird. Das Amt übernimmt dann auch direkt die Anmeldung beim Finanzamt, die etwaige Steuernummern nachreichen und einen Fragebogen für die Unternehmensgründung schicken. Dabei wird auch auf die Kleinunternehmerregelung eingegangen. Wer weniger als 17.500 Euro im ersten Jahr verdient, kann den Ausweis der Umsatzsteuer auf den Rechnungen vermeiden. Wer übrigens eine freiberufliche Tätigkeit anstrebt, also Texter, Übersetzer oder ähnliche Berufe, muss sich einfach nur beim Finanzamt melden. Das Thema Steuern wird ebenfalls zu einem beständigen Begleiter werden. Die Einkünfte aus dem Nebenerwerb müssen natürlich versteuert werden. Wie bereits erwähnt, kann es sich durchaus lohnen, einen Steuerberater zu suchen. Die Kosten für ihn können nicht nur von der Steuer abgesetzt werden, er hilft auch bei weiteren Einsparen. Etwa bei der Einrichtung des Home Office oder den Förderungen durch den Staat.

Pro und Contra der Selbständigkeit im Nebenerwerb liegen oft nebeneinander.

Pro und Contra der Selbständigkeit im Nebenerwerb liegen oft nebeneinander.

Gibt es Grenzen bei den Einkünften?

Generell darf ein normaler Arbeitnehmer im Nebenerwerb so viel verdienen, wie er möchte. Allerdings sollten die Einkünfte jene aus dem Arbeitsvertrag nicht überschreiten. Für bestimmte Berufsgruppen gibt es jedoch Grenzen:

  • Studenten für maximal 400 Euro monatlich durch den Nebenverdienst erwerben.
  • ALG1-Empfänger dürfen bis zu 165 Euro pro Monat nebenher verdienen, ohne ihren Anspruch zu verlieren.
  • ALG-2 Empfänger dürfen nur 100 Euro verdienen.

Darüber hinaus gibt es noch Grenzen bei den Krankenversicherungen, über die sich der künftige Unternehmer aber direkt bei der eigenen Kasse informieren sollte.

Lohnt sich die Gründung als Nebenerwerb?

Grundsätzlich bietet die Sicherheit eines normalen Jobs vielen Unternehmern eine gute Grundlage für ihre Ambitionen. Selbst dann, wenn das Geschäft nur schleppend anläuft, sind die monatlichen Kosten durch das Gehalt gedeckt. Dazu kommt die Absicherung durch Krankenversicherung und Rentenversicherung, die bei einer normalen Selbständigkeit zusätzliche Faktoren für die Kosten sind. Wer also den Wunsch hat, mit einem Unternehmen erfolgreich zu sein, sollte diese Möglichkeit nutzen. Man kann es als Testphase für den Erfolg der eigenen Ideen sehen.
Bildquelle:
bigstock-ID-106778609-by-Siberian_Art
bigstock-ID-86943893-by-vitaliymateha
bigstock-Happy-male-student-writing-tex-113160695-by-GaudiLab

Keine Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen