Foodtrucks – Essen ohne festen Wohnsitz

Die bunt bedruckten Laster, die wie eine fahrbare Frittenbude an gut besuchten Stellen stehen und während der Mittagspause interessante Leckereien anbieten, hat sicherlich jeder schon in der eigenen Stadt bemerkt. Foodtrucks sind eine neue Form des Imbisses: wie die Frittenbude sind sie keine Restaurants mit Bedienung und Sitzplätzen, sondern bieten Mittag- und manchmal sogar Abendessen zum Mitnehmen an. Der Foodtruck steht jedoch jeden Tag woanders und verkauft alles andere als Fritten, Currywurst und halbe Hähnchen, sondern oft hochwertigstes Essen zum Mitnehmen.

Was ist ein Foodtruck?

Foodtrucks sind also fahrende Imbissbuden? Fast! Der Imbiss hat einen festen Standort und bewegt sich nicht von A nach B. Er hat meistens von morgens bis Abends geöffnet, während der Footruck nur für einige Stunden an seinem Standort steht, um Mittag- oder Abendessen anbieten zu können. Weiterhin wird er gern auch für Events gebucht. Abschließend haben die meisten Imbissbuden keinen besonderen kulinarischen Anspruch, ihr Menü ist fast immer relativ ähnlich – auch, wenn es gerade in Großstädten Vorstöße gibt, Imbissgerichte gesünder und moderner zu gestalten. Der Foodtruck wiederum bietet meist nur ein einziges Gericht in verschiedenen Variationen an, und häufig ist das nichts Alltägliches. Manche Trucks bieten regionale Spezialitäten an, andere konzentrieren sich auf Gerichte aus anderen Ländern, die man mitnehmen und unterwegs essen kann – ähnlich wie den Döner, der sich aber eher als Imbiss-Gericht etabliert hat. Viele Foodtrucks locken gerade mit ihrem kulinarischen Anspruch und dem durchdachten Konzept, sehr häufig handelt es sich dabei um gesunde Gerichte aus regionalen Zutaten. Damit bedienen sie eine gesundheits- und umweltbewusste Zielgruppe, die zwar ein schnelles Essen braucht, aber auch nicht wahllos alles essen möchte, was gerade in der Nähe ist.

Foodtrucks – Auch in Deutschland immer öffter im Straßenbild.

Foodtrucks – Auch in Deutschland immer öffter im Straßenbild.

Woher kommt der Foodtruck?

Sehr wahrscheinlich hat sich die Idee aus dem Streetfood-Konzept heraus entwickelt. Schnelles Essen gab es schon fast immer an zahllosen Imbissbuden. Schnell bedeutet aber meistens auch fettig und ungesund, vor allem aber fast überall gleich. Halbe Hähnchen, Fritten, Chicken Nuggets und Burger sollten nicht die einzige Möglichkeit sein, unterwegs etwas Schnelles zu essen, weshalb sich die Streetfood-Bewegung erstmalig mit Alternativen befasst hat. In nahezu jeder Kultur war es zwar schon immer möglich, Essen auf der Straße anzubieten, beispielsweise auf Wochen- und Jahrmärkten. Wünsche nach anspruchsvollen Ideen, kulinarischer Kreativität und Veränderung und gesunden Lebensmitteln wurden dabei schnell laut und führten dazu, dass sich Streetfood in diese Richtung veränderte. Ergebnisse der Streetfood-Idee waren beispielsweise Pastrami Sandwiches, Bento-Boxen oder Abwandlungen von älterem Streetfood wie Samosas. Foodtrucks gingen sogar einen Schritt weiter und setzten sich zum Ziel, hochwertiges, schnelles Essen anzubieten, das man in dieser Form im Restaurant sucht oder auch dort nicht findet, da sie komplett neu zusammengestellt sind.

Wo gibt es in Deutschland Foodtrucks?

Während man in Städten wie New York an jeder Ecke einen Foodtruck findet, gibt es in Deutschland bislang eher wenige Hochburgen. Diese sind neben Hamburg und Berlin Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt und Köln. In anderen Städten existieren vereinzelte erste Trucks. In den Hochburgen gibt es häufig Foodtruck Roundups, bei denen viele Trucks aus der Region an einem zentralen Ort für einen Tag zusammenkommen und ihre Spezialitäten anbieten. Diese Roundups sind eine gute Möglichkeit, die verfügbaren Trucks kennen zu lernen und sich durchs Sortiment zu probieren. Hier eine weitere Liste von Food Trucks in Deutschland.

Welche Formen gibt es mittlerweile?

Der Foodtruck hat gute Chancen, wenn er ein eindeutiges kulinarisches Konzept verfolgt. Es kann sich hierbei auch um Imbiss-Klassiker oder ganz simple, schlichte Gerichte sowie althergebrachte regionale Spezialitäten handeln. In Nürnberg gibt es beispielsweise einen Currywurst-Foodtruck der ortsansässigen Imbussbude WurstDurst, die hochwertige belgische Pommes und ausgefallene Würste und Saucen anbieten. In Hamburg gibt es den Big Ben Burger Truck, der genau das anbietet, was der Name vermuten lässt. Goud in Nürnberg überzeugt mit fränkischen Spezialitäten, Suppdiwupp bietet klassische und recht ausgefallene Suppenkreationen in der gleichen Stadt. Gut kommen beim Foodtruck aber auch exotischere Ideen an. The Cave in München bereitet etwa Paleo-Streetfood zu, bei Vincent Vegan aus Hamburg gibt’s Veganes und Swagman aus Nürnberg und Bayreuth bereitet eine Essensbox mit Slow Roast, Kartoffelbrei und wöchentlich wechselndem Gemüse-Topping zu. Selbst Süßes kommt im Truck gut an, beispielsweise bei Volpe – Liebevolle Leckereien aus Frankfurt mit Crepes und Galettes oder Sweet Little Thing aus Bielefeld mit Frozen Yogurt.

Funktioniert das auch auf dem Land?

Obwohl Trucks mit regionalen Spezialitäten und Imbiss-Klassikern auf den Straßen unterwegs sind, sind die meisten Trucks doch sehr auf fortschrittliche Geschmäcker ausgerichtet. Möglicherweise sind sie gerade deswegen in größeren Städten und Ballungsräumen unterwegs – doch würde das Ganze auch auf dem Land funktionieren? Foodtrucks richten sich gerne an die arbeitende Bevölkerung, die sich Mittags Abwechslung zu den Optionen wünscht, die sie schon kennt. Viele Trucks machen tatsächlich schon Station in eher ländlich gelegenen Gewerbegebieten, wo sie genau auf ihre Zielgruppe treffen. Bis heute gibt es aber eher wenige deutsche Foodtrucks, die sich nur im ländlichen Raum bewegen.

Ist die „alte“ Frittenbude noch zukunftsfähig?

Immer mehr Menschen werden zu anspruchsvollen Essen, denen das halbe Hähnchen geschmacklich längst nicht mehr ausreicht – jedenfalls nicht täglich. Das Gesundheitsbewusstsein greift immer mehr um sich und hinterfragt Konzepte wie das der guten, alten Frittenbude kräftig. Der Wunsch nach anspruchsvollem und gesundem Essen wird so schnell wahrscheinlich nicht mehr verschwinden. Die alten Imbisse haben sicherlich innerhalb der älteren Bevölkerung noch eine dankbare Zielgruppe, die wiederum mit neumodischem Essen wenig anfangen kann oder sich damit auch gar nicht befassen will. Ältere Leute halten gern an Traditionen fest, das gibt ihnen ein gewisses Sicherheitsgefühl und so manche Imbissbude hängt mit schönen Erinnerungen an vergangene Zeiten zusammen. Um in der jüngeren Generation mithalten zu können, müssen viele „alten“ Frittenbuden aber wohl umdenken. Interessanterweise ist der eine oder andere Foodtruck das „Nebenprodukt“ eines Imbissrestaurants in seiner Stadt, das diesen Schritt gewagt und typische schnelle Gerichte gesünder, moderner und ausgefallener interpretiert hat, was so gut ankam, dass der Truck nur die Erweiterung des Restaurantkonzepts ist. Auch finanzell kann ein modernes Food-Truck-Konzept lukrativer sein, als eine städtische Frittenbude, deren Standort vor Jahren noch 1A lage war, sich aber oft durch verändernde Struckturen und Arbeitsräume ändert.

Bildquellen:
Beitragsbild: Food Trucks – bigstock-ID-97277687-by-KitzCorner
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