ShareTheMeal – Schnelle und effektive Hungerhilfe per App

Es geht ganz einfach. Man drückt einmal mit dem Zeigefinger auf seine App – und schon hat man einem Kind geholfen! Eine simple, aber äußerst effektive App der UN-Organisation WFP (World Food Programme) hat im Kampf gegen den globalen Hunger einen neuen und äußerst zeitgemäßen Weg gewählt und mithilfe eines Berliner Teams die App share the meal (ShareTheMeal) entwickelt.

Die App ShareTheMeal hat gleich mehrere Vorzüge. Das Helfen geht blitzschnell, man kann mit kleinen Beiträgen ab 40 Cent beteiligt sein und man sieht außerdem, wo die Hilfe hingeht und wie viele Mahlzeiten für 40 Cent bereits gespendet wurden. Sie ist die weltweit erste App überhaupt, die im Kampf gegen den Hunger eingesetzt wird. Nebenbei macht die App auch noch Spaß, und das ist trotz des ernsten Themas für User von iPhones und Smartphones ein nicht zu unterschätzender Punkt. Die Optik ist klar und deutlich, die Bedienung denkbar einfach, und die App als solches ist durch und durch ansprechend.
Dazu kommt, dass man hier wirklich helfen kann! 40 Cent klingen zwar nach einer geringen Summe, aber 40 Cent sind genug, um damit ein Kind einen ganzen Tag zu ernähren!
Außerdem klärt die App ShareTheMeal über die teilweise fürchterlichen Zustände, die weltweit herrschen, schonungslos auf.
Jedes siebte Kind leidet an Hunger, erfährt man schon zu Anfang. Aber es sei kein Fall der Hoffnungslosigkeit, denn die Anzahl würde dank des weltweiten Einsatzes auch ständig abnehmen. Überzeugend wirkt in diesem Zusammenhang eine weitere Zahl: Weltweit – so verkündet die WFP-App – gibt es 2 Milliarden Smartphone-Nutzer. Das sind trotz allem zwanzig Mal mehr als hungernde Kinder. Es steht da nicht, aber man weiß, was gemeint ist: Wenn nur jeder zwanzigste Besitzer eines Smartphones einmal am Tag seine App betätigen würde, wäre allen hungernden Kindern auf der Welt für diesen einen Tag geholfen!
Die Bezahlung erfolgt denkbar einfach über PayPal oder Kreditkarte. Wenn das Zahlungssystem einmal eingegeben ist, braucht man sich auch darum nicht mehr zu kümmern und es läuft, wie man es beim normalen Kauf von Apps über iPhone oder Smartphone gewohnt ist.
Die App bekam deshalb auch Befürworter und Empfehlungen von allerhöchster Stelle. Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, sagte dazu beispielsweise: „Die App Share the Meal ist eine großartige Möglichkeit für jeden, schnell und einfach etwas gegen den Hunger in der Welt zu tun.“

Die Macht der Social Media

Die beste App taugt nichts, wenn keiner sie kennt. Auch hier werden alle Möglichkeiten voll ausgenutzt. Die App kann über Facebook aktiviert werden. Man ist dann – falls es so gewünscht ist – automatisch per Facebook mit der App verbunden und kann es sich schenken, lästige Daten noch einmal einzugeben. Die App kam erst Mitte November auf den Markt. Vier Wochen später waren bereits über 3 Millionen Mahlzeiten gespendet. Auf Facebook erreichte die Initiative innerhalb von vier Wochen, dass über 21.000 User ein „Like“ abgaben, auf Twitter bekam die App im gleichen Zeitraum über 1700 Follower. In Zeiten, in denen um jedes Like und um jeden Follower hart gekämpft wird, ist das ein beachtlicher Erfolg.
In der App ShareTheMeal gibt es außerdem sehr diskret die Möglichkeit, sich einmal am Tag, einmal in der Woche oder einmal im Monat daran erinnern zu lassen, dass Kinder weltweit hungern und dringend Hilfe benötigen. Diese Funktion sollte von niemanden ausgeschaltet werden. Wer nicht täglich an hungernde Kinder erinnert werden möchte, kann die Push-Benachrichtigungen  auf „monatlich“ einstellen. Es wäre schade um die informative App und natürlich um die ganze Aktion, wenn man sie nur zu einem einmaligen Spenden verwenden würde.

ShareTheMeal – Eine Innovation aus Berlin

ShareTheMeal ist eine innovative Initiative des UN World Food Programmes (WFP). Die App und alle dazu gehörigen Seiten in den sozialen Medien wurden jedoch von einem jungen Team in Berlin entwickelt, das zurecht auf sich stolz sein kann. Sebastian Stricker (unten im Interview) und Bernhard Kowatsch waren früher Unternehmensberater. Sie hatten die Idee zur App während eines Sabbaticals und arbeiten heute beide für WFP. Die Arbeit an der App wurde schließlich durch einen Fond des WFP, privaten Geldern, Spenden und freiwilliger Mitarbeit finanziert und unterstützt.
Inzwischen wurde ShareTheMeal in einem überraschend kurzen Zeitraum eines der aussichtsreichsten neuen Projekte von WFP. Die App soll in Zukunft weiter entwickelt werden, so dass die User nach Möglichkeit auch genaueres über die von ihnen unterstützten Kinder erfahren und so das Spenden noch persönlicher wird. Allerdings kostet diese Entwicklungsarbeit Geld, und alle Gelder sollen so weit wie möglich in die Hilfsprogramme fließen.
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Die Arbeit von WFP
Die Welternährungshilfe „UN Food Programme“ ist weltweit im Einsatz und unterstützt nicht nur hungernde Kinder, sondern versucht mit den verschiedensten Programmen die auslösenden Momente des Hungers zu bekämpfen. Viele der Programme werden gemeinsam mit der Welthungerhilfe entwickelt. Sie reichen von Schulspeisungen in armen Ländern über Ausbildungsprogramme für Frauen und landwirtschaftlichen Projekten bis hin zur aktuellen Nothilfe, wenn irgendwo auf der Welt eine akute Ernährungskrise ausbricht.
Die verschiedenen Projekte können mit normalen Spenden oder auch mit besonderen Aktionen unterstützt werden. So bietet WFP z. B. ein Kochbuch mit deutschen Starkochs zum Verkauf an („Köche für Afrika“), dessen Reinerlös an das Schulspeisungsprogramm des WFPs fließt.
WFP erreicht im Durchschnitt jedes Jahr 80 Millionen Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Obwohl WFP eine UN-Organisation ist, wird sie ausschließlich durch Spenden finanziert. Deshalb werden auch die Verwaltungskosten so gering gehalten, dass 90 Prozent aller Einnahmen ungeschoren in die verschiedenen Projekte laufen kann.
Die Spenden, die über die neue share the meal App eingenommen werden, fließen im Moment hauptsächlich an syrische Flüchtlingskinder, die in den Lagern in den Nachbarländern Syriens leben. Viele dieser Kinder sind mit ihren Familien schon seit Jahren auf der Flucht. Aktuell benötigen 20.000 Kinder in Lagern in Jordanien ganz dringend humanitäre Hilfe. Das wichtigste Ziel ist deshalb im Moment, diese Kinder das ganze kommende Jahr mit Nahrung zu versorgen, damit sie auch im Flüchtlingslager wieder am Unterricht teilnehmen können. Hungernde Kinder haben nicht die Möglichkeit, sich auf den Unterricht zu konzentrieren.

Was kann ShareTheMeal mit 40 Cent erreichen?

Einer der wichtigsten Punkte bei „share the meal“, die das Spenden so einfach machen, ist der niedrige Betrag. Er vermittelt das Gefühl, das wirklich jeder mitmachen kann. Auch Menschen, die nicht so viel Geld haben und selbst sparen müssen, können sich beteiligen, da jeder Mensch problemlos 40 Cent übrig haben müsste.
Zurück bleibt die Frage, wie viel mit 40 Cent überhaupt erreicht werden kann. Ist es nicht zu wenig, um damit überhaupt irgendwas ändern zu können? Die Antwort ist ein deutliches Nein. Mit 40 Cent kann mehr geholfen werden, als sich ein West-Europäer im Allgemeinen vorstellen kann. 40 Cent garantieren die Nahrungsmenge eines hungernden Kindes für einen ganzen Tag. Was WFP dafür besorgt, ist von Fall zu Fall verschieden. Manchmal sind es nahrhafte Kekse, oft jedoch auch Mais- oder Hülsenfrüchtebrei. Wichtig ist, dass die Kinder alle wichtigen Nährstoffe bekommen und satt
werden.
Jetzt im Interview mit ORG.de: Sebastian Stricker, Gründer und Initiator von ShareTheMeal:
Sebastian Stricker, Gründer von Share The Meal

Sebastian Stricker, Gründer von Share The Meal

org.de: Hallo Sebastian, danke das du uns Rede und Antwort stehst. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur gelungen App ShareTheMeal und der Umsetzung deiner Idee.
Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Verlauf der Spenden?
Sebastian: Wir sind sehr beeindruckt von der Spendenbereitschaft. Seit dem 12. November ist die App weltweit verfügbar. Allein in der Zeit konnten wir 210.000 neue Nutzer für ShareTheMeal begeistern und dadurch 1,4 Millionen Mahlzeiten für syrische Flüchtlingskinder in Jordanien bereit stellen. Der Zähler in der App steigt jede Minute weiter an.org.de: Wie lange soll das Programm laufen?
Sebastian: ShareTheMeal ist eine Initiative des World Food Programmes der Vereinten Nationen. Bis 2030 will WFP eine Welt ohne Hunger schaffen. ShareTheMeal trägt dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.org.de: Wie hoch ist die durchschnittliche Spende bei share the meal?
Sebastian: Nutzer der App können entweder eine Mahlzeit für 40 Cent spenden oder gleich für 146 Euro ein Kind ein Jahr lang durch Schulmahlzeiten unterstützen. Die meisten Nutzer entscheiden sich dafür, gleich über einen längeren Zeitraum Mahlzeiten zu teilen.org.de: Wer übernimmt die Transferkosten (für Bezahlvorgang, Appkosten)?
Sebastian: 90 Prozent der Spenden an das World Food Programme kommen direkt bei den Hilfsbedürftigen kann. Die rund 10 Prozent Verwaltungskosten von WFP zählen zu den Geringsten im gemeinnützigen Bereich. Für die App haben wir sehr geringe Transaktionskosten ausgehandelt.org.de: Wie konkret ist der Verlauf von 0,40€, wenn ich diese über die App gespendet habe?
Sebastian: Das Geld fließt direkt vom Spender an das World Food Programme und wird nicht von der App zwischengespeichert.
org.de: Vielen Dank für das kurze Interview und viel Erfolg beim weiteren Verlauf.
Das Interview führte Alexander Becker

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