Solaranlagen – Wann lohnt sich aktuell ein bau?

Noch bis vor einigen Jahren wurden Solaranlagen uneingeschränkt in den höchsten Tönen gelobt und empfohlen – weil sie vor allem Geld für konventionelle Energie sparen und zudem noch äussert umweltfreundlich sind. Heutzutage jedoch gibt es Probleme wie Kürzungen von Subventionen und strengere Regelungen, bei denen genauer hingesehen werden muss. Hier muss dann nachkalkuliert werden, ob sich der Einbau einer Solaranlage überhaupt noch lohnt.

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach – wann lohnt sie sich und wann nicht?

Wenn eine Familie ein neu gebautes Haus bezieht, dann wünscht sie sich häufig auch, darauf eine Solaranlage zu errichten. Vor allem wenn schon bei der Auswahl des Dachs darauf geachtet wurde, dass es passend ausgerichtet ist und einen optimalen Winkel zur Sonne bietet. Doch damit ist noch lange nicht gesagt, ob sich die Installation von Solaranlagen wirklich rentiert – immer mehr Leute zweifeln daran. Einerseits sind die Einspeisevergütungen für den Strom deutlich niedriger als noch bis vor einigen Jahren, andererseits spekuliert die Regierung sogar inzwischen darüber, eine Steuer einzuführen – auch dies sorgt für weitere Kosten, die die Rentabilität einer solchen Anlage deutlich verringern.

Vor allem zu Beginn sind Solaranlagen wirtschaftlich eine lohnenswerte Investition. Schnell lässt sich damit bis zu 15% Rendite machen – doch die Strompreise werden in letzter Zeit immer günstiger und somit sinken auch die Vergütungen, die man durch die Einspeisung seiner Energie in das öffentliche Stromnetz erhält. Die EEG-Umlage besagte zwar, dass private Besitzer von Solaranlagen von dieser Umlage profitieren sollten, jedoch ist dies schon länger in Vergessenheit geraden.
Anlagen von Privatleuten, die schon über einen längeren Zeitraum bestehen, sind von dieser neuen Regel ohnehin nicht betroffen und bei neu installierten Anlagen gibt es eine spezielle Grenze: Nur wenn die Anlage weniger als 10 kW erzeugt, fallen die Kosten für die EEG-Umlage nicht an. So sollte in Zukunft vor allem berücksichtigt werden, dass dieser Wert nicht überschritten wird, denn dadurch entstehen zusätzliche Kosten.

 

Das EEG – was verrät das Eerneuerbare-Energien-Gesetz?

Durch das EEG sind einige Neuerungen in Kraft getreten. So wird Beispiel der Bau von Windkraftanlagen in ländlichen Gebieten pro Jahr auf 2.500 Megawatt gedrosselt. Bei einer Überschreitung dieser Grenze verringert sich die Vergütung für die Einspeisung automatisch. Diese Regelung gilt allerdings nicht, wenn bereits errichtete Anlagen erneuert und verbessert werden.
Weiterhin gilt, dass ab 2017 keine festgelegte Einspeisevergütung für Solarstrom mehr existieren wird – und auch die Garantie, dass überhaupt eine ausbezahlt wird, entfällt künftig.

Von der EEG-Umlage unberührt bleiben alle energieintensiven Unternehmen, insgesamt sind 65 Branchen davon in Europa befreit. Allerdings ist es für Unternehmen jetzt umso wichtiger, einen Nachweis zu erbringen, dass sie als energieintensiv gelten – nur so kann vermieden werden, dass weitere Kosten anfallen. Eigenerzeuger, die bereits seit einem längeren Zeitraum Solarenergie für den privaten Gebrauch produzieren, werden durch die Änderungen der Umalge nicht beeinflusst.

Trotz allem: Solaranlagen sorgen für eine Einsparung von Energiekosten

Obgleich es aufgrund der EEG-Umlage viele Veränderungen beim Thema Erneuerbare Energien gibt, ist nach wie vor klar, dass sich Solaranlagen für Privatleute in jedem Fall rentiert. Gerade wenn man den Strom für die eigene Nutzung im Haus beansprucht, wird man in jedem Fall einen finanziellen Gewinn aus Solarmodulen auf dem Dach ziehen können. Wichtig ist allerdings, dass man selbst prüft, ob man wirklich so viel Energie verbraucht, dass sich Solaranlagen langfristig rentieren wird.

Man sollte sich in jedem Fall darüber im Klaren sein, dass die Vergütungen für ins öffentliche Netz eingespeisten Strom immer weiter sinken werden und maximal die eigenen Kosten für die Erzeugung abdecken können. Ein Gewinn wird somit in absehbarer Zeit nicht mehr unbedingt garantiert sein. Wer dennoch einen möglichst geringen Energiverbrauch geniessen möchte, sollte allgemein darauf achten, dass man sich für ein energiearmes Haus entscheidet. Das Einsparungspotenzial, das sich dadurch erzielen lässt, sollte nicht unterschätzt werden.

 

Für welches Dach eignet sich eine Photovoltaikanlage?

Nicht auf jedem Dach lässt sich eine Photovoltaikanlage installieren. Genutzt werden kann beispielsweise ein Schrägdach, denn hier ist das Dach zu beiden Seiten angewinkelt. Schrägdächer sind in Deutschland die am meisten verbreiteten Dachart und somit optimal für den Bau von Solaranlagen. Wenn die Neigung stimmt, maximiert sich der Ertrag und die Installation der Anlage bietet insgesamt ein hohes Ersparnis.
Beliebt ist für den Einbau vor allem die Aufdachmethode: Die Module werden dabei auf einer speziellen Konstruktion aus Metall montiert, aber sind nicht direkt mit dem Dach in Verbindung. Somit werden die Module auch an der Unterseite durch den Wind gekühlt und sind weniger anfällig für Reparaturen. Die andere Methode ist die Indach-Variante, bei der die Solarzellen unmittelbar auf den Ziegeln befestigt sind.

Wer an seinem Haus ein Flachdach hat, muss seine Solarmodule ebenfalls auf Metallkonstruktionen montieren. Denn auf einem Flachdach gibt es natürlich keinen Neigungswinkel – somit ist das Sonnenlicht nur eingeschränkt nutzbar. Ist das Dach entsprechend grossflächig, können auch mehrere Reihen an Solarzellen installiert werden. Beachtet werden muss in diesem Zusammenhang allerdings, dass sich zwischen den Reihen genügend Raum befindet, so dass die einzelnen Module nicht durch andere in der nächsten Reihe beschattet werden.
Weil ein Flachdach allgemein eher anfällig für Wind und Wetter ist, muss die Montage besonders robust und fest installiert sein, so dass die Konstruktion langfristig gut gesichert ist.

Ist ein Haus mit einem Pultdach ausgestattet, so ist die Installation Solaranlagen ebenfalls möglich. Jedoch muss man hier bedenken, dass in diesem Fall die Ausrichtung des Daches eine umso grössere Rolle spielt. Weil ein Pultdach nur auf der einen Seite geneigt ist, muss bereits das Dach entsprechend der Sonneneinstrahlung ausgerichtet sein – ansonsten rentiert sich die Montage einer Solaranlage nicht, da das Dach auf der entsprechenden Seite nicht genügend Sonne abbekommt.

Wenn ein Dach überhaupt nicht geneigt ist oder nur eine eingeschränkte Tragfähigkeit bietet, ist generell davon abzuraten, Solarzellen darauf zu installieren. Das ist zwar eher selten, aber im Zweifelsfall ist es dennoch immer sehr wichtig, dass man sich vorher mit einem Statiker berät und dieser ein Gutachten erstellt. Er kann sofort feststellen, ob sich die Module darauf montieren lassen oder nicht.

Bildquelle: bigstock ID 70676218 by Alexandro

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