Bilder ohne Copyright

Das Copyright, welches in Deutschland in juristischen Texten als Urheberrecht bezeichnet wird, garantiert den Schutz geistigen Eigentums, unabhängig davon ob es sich um materielles oder ideelles Eigentum handelt. Es unterliegt der Rechtsprechung des jeweiligen Landes und kann mitunter stark variieren. Dieser Artikel befasst sich in erster Linie mit dem deutschen Copyright, welches eng mit dem Persönlichkeitsrecht verknüpft ist und in juristischen Zweifelsfällen tendenziell zu Gunsten des Urhebers entscheidet.

Allgemeines zum deutschen Copyright

Das deutsche Copyright regelt den Umgang mit Erzeugnissen der Literatur, der Wissenschaft und der Kunst. Diese werden gemeinhin als Werke bezeichnet und sind als Kunstwerke im

weiteren Sinne zu verstehen. Das Copyright definiert die Urheberschaft, die Rechte am Werk nach dem Tod des Urhebers und die Übertragbarkeit, die in Deutschland durch Erbschaft möglich ist. Außerdem befasst sich das Urheberrecht mit der Möglichkeit, das Copyright abzutreten, was zum Beispiel passiert, wenn Künstler ihre Rechte an Plattenfirmen verkaufen oder Wissenschaftler Patente an Firmen veräußern.

Eine Missachtung des Coprights kann teuer werden

Eine Missachtung des Coprights kann teuer werden

Die Urheberrechte liegen beim Fotografen

Urheberschaft beziehungsweise Copyright setzt eine Person voraus, die das Werk erschafft. Das entstandene Werk gilt als persönliche Schöpfung der Person und ist als Ausdruck und Teil ihrer Persönlichkeit schützenswert. Diese Klausel klingt banal, sorgte aber erst im Jahr 2014 für erhebliche Kontroversen. Bekannt wurde der Fall des britischen Fotografen David Slater, dessen Kamera von einem Affenweibchen verwendet wurde, welches zahlreiche Bilder und ein Selfie schoss. Wikipedia verwendet das Selfie in zwei Artikeln, was Slater Anlass zur Klage wegen Verstoßes gegen das Copyright gab. Das Gericht lehnte die Beschwerde allerdings mit der Begründung ab, der Affe sei Urheber der Fotos und dieser gelte nicht als Person im juristischen Sinne sondern als Sache. Die Fotos gelten mittlerweile als Free Commons, also als Bilder ohne Copyright und sind somit lizenzfrei und kostenlos zugänglich. Im Normalfall allerdings gelten Fotos als Kunstwerke und unterliegen somit in den meisten Rechtsprechungen dem Urheberrecht, das beim Fotografen liegt. Laut § 2 des deutschen Urhebergesetzes sind Lichtbildwerke, sprich Fotos vollständig geschützt und für ihre Verwendung muss die Zustimmung des Urhebers eingeholt werden. Diese wird vertraglich festgehalten und beinhaltet auch den genauen Veröffentlichungszweck und den Veröffentlichungsort. Bei Missachtung droht neben einer Unterlassungsklage auch eine Schadensersatzforderung, die im Einzelfall mehrere tausend Euro betragen kann.

Bilder ohne Copyright als Alternative

Für viele Blogger, Autoren und Journalisten bringt das Copyright erhebliche Probleme mit sich, da der Erwerb von Bildern häufig kompliziert oder teuer ist. Die ausschließliche Verwendung von Bildern ohne Copyright stellt deshalb eine gute Alternative dar, um juristische Unsicherheiten und Zahlungen zu umgehen. Lizenzfreiheit bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Bilder kostenlos und ohne weiteres zugänglich sind. Zudem sind Bilder ohne Copyright häufig an einen Verwendungszweck gebunden, dürfen also nicht automatisch kommerziell genutzt werden. Grundsätzlich können Bilder ohne Copyright in zwei Kategorien eingeteilt werden. Fotos in Fotodatenbanken zum Beispiel werden von Fotografen hochgeladen, die die Bilder unter bestimmten Bedingungen zugänglich machen. Das kann neben einer Registrierung eine Erklärung sein, die Bilder ausschließlich privat zu nutzen. Oder die Fotos dürfen nur für einen festgelegten Zeitraum öffentlich einsehbar sein. Unter bestimmten Umständen kann die Nutzung der Bilder auch kostenpflichtig sein.

Die zweite Kategorie sind die sogenannten Creative Commons: Diese bezeichnen Werke aller Art, die als Gemeingut angesehen werden und von der Öffentlichkeit beliebig genutzt werden dürfen. Je nach Creative Commons Lizenztyp ist allerdings die Nennung des Urhebers notwendig.

Der Klassiker für Bilder ohne Copyright: Pixelio

In Deutschland ist Pixelio ein bekannter Anbieter von Bildern ohne Copyright und ist aufgrund der hohen Bildqualität eine beliebte Quelle von Fotos. Bei Pixelio gibt es nach der kostenlosen Regierung die Möglichkeit Bilder kostenfrei zu verwenden. Allerdings ist Vorsicht geboten, da nicht alle Bilder den gleichen Bestimmungen unterliegen und die Verwendung nur eingeschränkt möglich ist. Pixelio bietet Bilder in zwei verschiedenen Lizenzkategorien an.

  • Kategorie A
    Kategorie A erlaubt die redaktionelle und nicht-kommerzielle Nutzung von Bildern. Dies bedeutet, dass Bilder zwar vervielfältigt und verbreitet werden dürfen. Allerdings wird die Veröffentlichung zu Werbezwecken ausdrücklich ausgeschlossen. Bei Verwendung von Bildern muss ein Urheber-Vermerk angebracht werden, was in der Praxis bedeutet, dass der jeweilige Fotograf und Pixelio immer als Quelle genannt werden müssen. Diese Klausel bezieht sich auch auf bearbeitetes Bildmaterial und Bildausschnitte.
  • Kategorie B
    Bei Kategorie B hingegen ist die Nutzung zu Werbezwecken erlaubt. Allerdings ist bei beiden Lizenztypen die Nutzung für Merchandisezwecke, also zum Beispiel für das Bedrucken von Postkarten oder Kleidung, untersagt. Auch dürfen die bei Pixelio erworbenen Bildern weder in Bilddatenbanken eingespeist, noch in Social Networks wie Facebook verwendet werden.
    Je nach Lizenzbedingung sind die Bilder bei Pixelio nicht pauschal kostenlos. Zudem ist es bei Lizenzverträgen wichtig, ob diese auf Zeit geschlossen werden. Werden Bildrechte zum Beispiel für nur drei Monate erworben, müssen die entsprechenden Fotos nach Ablauf der Zeit gelöscht werden und dürfen auch nicht mehr im Archiv eines Blogs auftauchen. Bei Zuwiderhandlungen ist im Fall von Pixelio mit Gerichtskosten und Schadenersatzforderungen zu rechnen.

    Es gibt einige gute kostenlose Alternativen zu den großen teuren Fotoportalen

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Bilder ohne Copyright auf die unkomplizierte Art: Pixabay

Eine gute Alternative zu Pixelio ist die international agierende Website Pixabay, die seit fünf Jahren Bilder ohne Copyright anbietet. Der Vorteil bei Pixabay ist, dass keinerlei Registrierung notwendig ist und auch kein Vertrag zwischen Urhebern und Benutzern der Bilder geschlossen wird. Die Urheber treten ihr Urheberrecht beim Hochladen der Bilder durch das Unterzeichnen einer Verzichterklärung ab und die Bilder werden automatisch zu Creative Commons, die ohne Angabe einer Quelle verwendet, verbreitet, bearbeitet und auch zu kommerziellen Zwecken genutzt werden können. Der Service von Pixabay ist mittlerweile in 26 Sprachen erhältlich, wobei die Besucher der Website mehrheitlich englisch, spanisch und portugiesisch sprechen.

Vorsicht bei Vektorgrafiken

Das Copyright von Bildern betrifft übrigens nicht nur Fotos. Die gleichen Gesetze gelten auch für die Verwendung von Vektorgrafiken, wie man sie zum Beispiel bei Shutterstock erwerben kann. Das Copyright muss in jedem Fall beachtetet werden und die Weiterverwendung einer Vektorgrafik, zum Beispiel als Logo, ist kostenpflichtig, so lange diese nicht als Creative Common gehandelt wird oder innerhalb einer vertraglichen Vereinbarung an Dritte abgetreten wird.

 

Bildquellen:
sdecoret/Bigstock.com
Zerbor/Bigstock.com
Anetlanda/Bigstock.com

 

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  1. Die Welt der Smileys und Emoticons • Computer, Kultur, WWW • org.de - 24. Oktober 2016

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