Ist die Zukunft des Damen-Skispringens in Gefahr?

Auch wenn das Skispringen der Damen in der öffentlichen Wahrnehmung noch eine junge Sport-Disziplin ist, gibt es Frauen in dieser Sportart schon so lange, wie es das Skifahren der Frauen selbst gibt. Wie bei den Herren, so liegt auch bei den Damen die Wiege des Skispringens in Norwegen. Von dort wird berichtet, dass es schon Mitte des 19. Jh. erste Sprungversuche gab. Mit der ersten nachgewiesenen Weite von 12,0 m, die die Norwegerin Ragna Pettersen im Jahr 1897 vorlegte, begann die Geschichte der Meisterschaften.

Skispringen erobert die Frauenwelt

Anfang des 20. Jh. erfasste die Skisprung-Leidenschaft dann auch Frauen in anderen Ländern und es gab von da an regelmäßig Wettbewerbe in dieser Disziplin, wenngleich noch ohne offizielle Wertung. Mitte der 50er-Jahre stagnierten Bemühungen und Erfolge, das Skispringen der Frauen zu mehr Bekanntheit zu verhelfen. Erst Anfang der 70er-Jahre konnten sich die Frauen mit der Norwegerin Anita Wold zurück ins Rampenlicht kämpfen. Sie sprang damals mit einer Weite von 80,0 m Weltrekord.

Heute etablierter denn je

Seit 2001 gibt es jährliche Landesmeisterschaften in allen Skinationen sowie den Ladies-Continental Cup, der bis 2011 die höchste Wettkampfklasse darstellt. Nicht mehr nur die großen Skinationen wie Norwegen, Österreich, Deutschland und die USA fördern jetzt das Damen-Skispringen, sondern auch andere Länder stellen eigene Nationalteams auf. So etabliert sich folgerichtig seit der Saison 2011/12 auch bei den Frauen eine Weltcup-Serie. Nur das IOC kann sich mit dieser jungen Sportart noch nicht anfreunden und lehnt das Damenskispringen für die Olympischen Spiele 2010 ab. Erst nach jahrelangem Ringen, während dessen sich Athletinnen, Trainer und Betreuer für Olympia engagieren, nimmt das IOC das Frauen-Skispringen für 2014 in das Olympische Programm auf. Jetzt ist das Skispringen keine reine Männersache mehr.

Gold für Deutschland

Für Deutschland beginnt diese Olympische Saison gleich mit einem Paukenschlag: Die erst 22-jährige Carina Vogt landet auf dem ersten Platz und sichert sich die erste Goldmedaille einer neuen Ära. Von den insgesamt 29 Teilnehmerinnen kommen weitere drei aus Deutschland. Das Potenzial ist da, doch reichen die Mittel für eine kontinuierliche Förderung und Weiterentwicklung dieser jungen Sportart? Bundestrainer Andreas Bauer jedenfalls sieht das Aufbauprojekt aufgrund drohender Mittelkürzungen im Deutschen Skiverband und im Deutschen Olympischen Sportbund stark gefährdet. Verantwortlich dafür ist das seit diesem Winter geschrumpfte Budget, das vor allem die jungen Sportarten stark belastet. Schuld an der klammen Finanzlage sind fehlende Einnahmen wegen des milden Winters, in dem einige Wettkämpfe nicht ausgetragen werden konnten. Nun ruht die Hoffnung darauf, dass der Bund Mittel bereitstellt, um den Spitzensport weiter als Aushängeschild zu unterstützen – zur Freude der Sportler und der Zuschauer.

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