Wie entwickeln sich die Zinsen?

Die Zinsentwicklung kann nicht vorhergesagt werden. Experten empfehlen unter Zuhilfenahme von verschiedenen Marktfaktoren einen Trend. Anleger und Investoren können danach ihre Entscheidungen treffen. Erst die Zukunft wird zeigen, ob eine jeweilige Zinsentwicklung die gewünschten Ergebnisse bringt. Am Finanzmarkt herrschen besondere Gesetze. Seit der Euro-Einführung haben sich die Zinsen für Pfandbriefe in einem Rahmen zwischen 6,72 Prozent (Höchststand) und 2,44 Prozent (Tiefststand) bewegt. Die durchschnittlichen Zinsen der letzten zehn Jahre beliefen sich bei der Hypothekenfinanzierung bei etwa 4,5 Prozent. Damit liegen die gegenwärtigen Zinsen (von unter 4 Prozent je nach Zinsbindung) noch weit unter dem Durchschnitt der Zinsentwicklung.

Als Anfang Dezember 2011 Ökonomen und Bänker damit rechneten, dass der Europäische Leitzins unverändert bei 1,25 Prozent bleibt, verringerte sich der Zinssatz um 0,25 Prozent. Noch im Juli 2011 war für das Jahresende von einer nach oben gerichteten Zinsentwicklung und von einem Zinssatz von über 1,50 Prozent ausgegangen worden. Jede Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) wirkt sich zeitlich verzögert (nach Tagen und Wochen) auf die Höhe der Zinsen von Anlagen und Krediten aus. Verringert die EZB die Leitzinsen müssen Neuanleger kurze Zeit später mit gesunkenen Zinssätzen Vorlieb nehmen. Über ein Zinsentwicklung, die Zinssenkungen mit sich bringt, freuen sich allerdings jene Verbraucher, die einen Kredit mit variablen Zinsen zurückzahlen oder die einen Ratenkredit oder ein Immobiliendarlehen benötigen.

Bezüglich einer kommenden Zinsentwicklung darf jeder seine Meinung kundtun. Das gilt auch für Bank- oder Bausparkassenberater. Die Meinung ist jedoch nicht von Gewicht und hat auch nicht die erforderliche Substanz. Finanzexperten bemühen für ihre Meinungsbildung nachvollziehbare Eckdaten. Diese haben unbestritten einen Einfluss auf die Zinsentwicklung. Eckdaten wie zum Beispiel Inflationsraten, Staatsverschuldung, Großhandelspreise, Staatsverschuldung oder Wirtschaftswachstum werden immer wieder genannt, untersucht und bewertet. Es besteht auch ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Inflationsrate einerseits und der Festlegung der Leitzinsen der Notenbanken andererseits.

Wer sich mit dem Finanzmarkt beschäftigt, wird aus einigen Faktoren wichtige Schlüsse ableiten können. Steigen Inflationsraten und nimmt eine wirtschaftliche Entwicklung an Fahrt, ist eine Erhöhung der Zinsen durchaus vorhersehbar. Allerdings legt die EZB lediglich die für die Refinanzierungsgeschäfte bedeutsamen Zinssätze fest. Diese sind für das kurzfristige Leihen von Geld zwischen den Banken wichtig. Eine allgemeine Zinsentwicklung kann damit nicht ausgemacht werden. Damit soll in erster Linie die Versorgung des Bankensystems mit Krediten gesichert werden. Die Zinssätze für langfristige Kredite beispielsweise bei der Immobilienfinanzierung folgen einer Zinsentwicklung, die durch den gesamten internationalen Markt beeinflusst wird.

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